Die universelle Philosophie

oder auch
die heilige Wissenschaft


von Uwe Döpel

Die Universelle Philosophie bezeichnet ein spirituelles Wissen, welches in allen großen Weltreligionen enthalten ist. Es ist keine Lehre im herkömmlichen Sinne, die irgendwo in Büchern aufgeschrieben ist.
Es ist die universelle Weisheit, die sich den Menschen offenbart, die sich nach Ihrem wahren Ursprung zurücksehnen. – Hier gilt das hermetische Prinzip: „Gleiches zieht Gleiches an.“

Die universelle Lehre wurde der Menschheit als spiritueller Wegweiser von Anbeginn mit auf Ihren Erfahrungsweg in dieser Welt gegeben. Immer gab und gibt es eine Handreichung Gottes für die, die wahrhaftig nach der Wahrheit suchen. Die Bibel drückt das mit den Worten „Gott lässt nicht das Werk seiner Hände“ aus.

Der Begriff „Universelle Lehre“ bedeutet, dass es EINE alles umfassende Wahrheit gibt, welche die drei elementaren Fragen des Seins erklärt.

Diese drei Fragen sind:

  • Wer bin Ich?
  • Woher komme ich?
  • Was ist meine Zielbestimmung?

Die Universelle Lehre gibt Antworten auf alle wesentlichen Fragen des Lebens. Dabei passt sie sich immer an das Bewusstsein der Völker, Kulturen und dem jeweiligen Zeitgeist an.

In den altindischen Veden wird die Herkunft des Menschen z.B. im Schöpfungshymnus des Rigveda (zwischen 1.500 u. 1.250 v. Chr.) wie folgt angedeutet:

„Nicht Nichtsein war damals und nicht das Sein.
Kein Luftraum war, kein Firmament.
Wer hielt die Welt? Wer schloss sie ein?
War es das Wasser im Abgrund?

Nicht Tod war da und nicht das Leben,
nicht Sonne, nicht Mond und nicht die Sterne.

Dann aber kam es zum Seienden.
Das eine war da. Da war Atem.

Dunkelheit war noch in der Welt.
Das All – ein großes Gewoge.
Da kam das Leben, ein Same, ein Keim,
geboren durch die Macht der Glut.

Zeugungslust aus bloßem Gedanken
wurde zum ersten Samen.
Sinnende Denker, forschend im Herzen,
verknüpfen das Sein mit dem Nichtsein.
Es gab ein Oben. Es gab ein Unten,
getrennt durch eine Schnur.
Oben aber war das Gewähren,
unten das Begehren.

Dem Nichtsein verbanden die Denker das Sein.
So wurden die ersten Dinge.

Wer aber weiß das alles gewiss,
wie diese Schöpfung entstanden ist?

Diesseits der Schöpfung sind die Götter.
Doch wo sind sie hergekommen?
Wer weiß, wie sich dies alles begab?
und ob es durch Tatkraft geschah?

Ein höchster Gott im Licht des Himmels –
er weiß es. Oder weiß er es nicht?

In den Veden und – in bildhafter Weise auch in der Bibel – findet man die Entstehung der menschlichen Lebenswelle beschrieben. In der Genesis wird die Schöpfung mit 7 Tagen angedeutet. Dies entspricht der Involution des Menschen bis zum Nadirpunkt der Stofflichkeit – dem Erd-Bewusstsein. An diesem Punkt befindet sich die Menschheit „jetzt“ und hat die Möglichkeit, sich in der Evolution und Transformation zu vergeistigen – zum Göttlichen zurückzukehren. Dieser als Kosmogenese bezeichnete Prozess wird z.B. auch von Max Heindel, Helena Petrovna Blavatzky und Rudolf Steiner aufgezeigt.

Aus der Kosmogenese geht die Herkunft des Menschen und sein weiterer Entwicklungsweg hervor.

Im Paradies-Mythos wird auf bildhafte Weise die Herkunft des Menschen beschrieben. Diese sei hier zum leichteren Verständnis vereinfacht beschrieben:

Das Ursprüngliche Göttliche (Tao, Gott, Pymander) enthält ein selbstschöpferisches Prinzip – in der pythagoreischen Zahlen-Mystik als „1“ dargestellt. Aus dem selbstschöpferischem Prinzip – man kann es mit der göttlichen Liebe vergleichen, die nicht anders kann als sich zu verschenken, geht eine Schöpfung hervor. In der Bibel wird dieser ursprüngliche göttliche Mensch „Adamas“ genannt. Er war und ist ein androgynes Wesen, zwei Geschlechtsprinzipien in einem Wesen. Er hatte alle Freiheiten und so auch die Freiheit, zwischen dem Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu wählen.

Der Hinweis: „An welchem Tag Du von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen issest, wirst Du des Todes sterben.“ – weist auf den „Fall“ des Göttlichen, ewigen Menschen – aus dem göttlichen Lebensfeld in eine duale, vergängliche Welt der Gegensätze von Gut und Böse, Licht und Schatten, Geburt und Tod, hin.

Mit diesem „Schwingungs-Verfall“ ging auch eine Aufspaltung des Göttlichen androgynen Menschen einher. Das Atom-Modell mag eine Vorstellung von der „Entstehung“ von Mann und Frau geben:

Ein Atom besteht aus einem Kern und einer Hülle. Der Kern enthält Protonen und Neutronen, die Hülle enthält Elektronen. Bei der Spaltung der Geschlechter verlor symbolisch dargestellt, das Atom Elektronen oder Protonen und geriet somit aus dem elektromagnetischen Gleichgewicht zwischen Anziehung und Abstoßung. Es entstanden somit zwei Wesenstypen, die nicht mehr vollständig waren und zukünftig fortwährend auf der „Suche“ nach Ihren verlorenen positiven bzw. negativen Teilchen waren.

Sie waren fortan nicht mehr in einem stabilen, ruhenden Gleichgewicht, sondern stets auf der Suche nach dem verlorenen Teilchen bzw. Geschlecht. In den Geisteswissenschaften weiß man, dass Frau und Mann umgekehrt proportional polarisiert sind. Das bezieht sich auf die nachfolgend beschriebenen Ansichten der Persönlichkeit.

Der Austritt aus dem göttlichen Lebensfeld wird auch sehr treffend mit dem Bild des Narziss beschrieben, welcher sich im Wasser spiegelnd, in sich selbst verliebte.

Der Mensch wurde seinem zweifachem Seinszustand – dem Resonanzprinzip entsprechend – in eine vergängliche Welt bzw. Dimension „versetzt“.  Eine Welt aus Raum und Zeit.

Raum und Zeit


Raum und Zeit sind geschaffen worden, als Erfahrungsraum des Menschen um sich seiner selbst bewusst werdend, in seine Göttliche Heimat, bzw. seinem Ursprung zurück begeben zu können. Ohne Raum und Zeit gibt es keine Wahrnehmung der Dualität, keine Erinnerung und keine Visionen.

Raum und Zeit sind die Voraussetzungen eines menschlichen Bewusstseins, Erfahrungen machen zu können und sich fortzuentwickeln.

Raum und Zeit sind – so paradox es erscheinen mag – sind trotzdem Teil der Ewigkeit. Aus dem Höchsten, Absoluten kann das Begrenzte, Vergängliche hervorgehen. Es kommt hierbei nur auf die Perspektive an. Das „Unten“ kann das „Oben“ nicht wahrnehmen – aber umgekehrt.

So halten die meisten Menschen in der zeit-räumlichen Dimension, diese Welt für die Realität. Das Höhlengleichnis Platons zeigt, dass der spirituelle Zustand des Menschen in der griechischen Mysterien-Weisheit wohl bekannt war.

Die zeit-räumliche Welt kann entsprechend auch als Erfahrungsschule betrachtet werden und keinesfalls als End-Bestimmung. Die Vergänglichkeit dieser Welt weist mehr als deutlich auf diese Bedeutung hin.

Um Erfahrungen machen zu können, bedarf es eines „Speichers“, modern ausgedrückt: einer Festplatte und einer latenten Erinnerung an seine göttliche Abkunft. Dieses Erinnerungsvermögen wird in der griechischen Mythologie mit dem Ariadne-Faden dargestellt. Nur mit der Führung durch den Ariadne-faden gelingt es dem suchenden Menschen aus dem Labyrinth aus Raum und Zeit zu entkommen. Dabei muss er sein eigenes Ego (Minotaurus) überwinden.

Die Vergänglichkeit erfährt der Mensch ganz besonders durch Geburt und Tod. Es stirbt jedoch immer nur die Persönlichkeit – die Erfahrungen des Bewusstseins werden im aurischen Wesen gespeichert und der nächst inkarnierenden Persönlichkeit als Karma zur Verfügung gestellt. So ist sicher gestellt, dass nichts verloren geht.

So wie alle Dinge dieser Welt dual sind, gibt es neben dem Diesseits auch ein Jenseits, auch als Spiegelsphäre bezeichnet. Wie der Name verrät, ist die Spiegelsphäre eine Spiegelung des Diesseits. Sie ist auf keinen Fall mit Himmel oder Hölle gleichzusetzen, wie es uns einige kirchliche Gruppierungen über Jahrhunderte weiszumachen versuchen. Die Spiegelsphäre ist lediglich eine zeit-räumliche Erscheinung, die eine Vorbereitung auf die nächste Inkarnation gewährleistet.

Eine Reinkarnation in den unvergänglichen Mikrokosmos als Trägerkörper/Fahrzeug der Persönlichkeiten.

Wer ist der Mensch?
Wie ist er gestaltet?


Nach dem hermetischen Prinzip: „Was unten ist, gleicht dem, was oben ist, und was oben ist, gleicht dem, was unten ist..“ – ist der Mensch nach dem System des Kosmos gestaltet. Er wird in den mystischen Schriften auch als „Mikrokosmos“ bezeichnet.

Je nach Zeit, Kultur und Art der Betrachtung, wird er mit einem vierfachen, siebenfachen oder neunfachen Körper beschrieben.

Die einfache Beschreibung des vierfachen Körpers sieht wie folgt aus:

  1. Stoffkörper
  2. Äther oder Lebenskörper
  3. Astral- Begierden oder Empfindungskörper
    • Niederes Selbst
    • Höheres oder aurisches Selbst
  4. Mentalkörper

Ferner besitzt der Mikrokosmos ein göttliches Prinzip in seiner Mitte. Dieses liegt im Herzen.

So heißt es in Lukas 17, 21: „Das Reich Gottes ist mitten in Euch.“

Dieses Prinzip wird auch als Samenkorn Jesu, als Geistfunkenatom bei den Rosenkreuzern und als „Juwel in der Lotusblüte“ (Om mani padme hum) bei den Buddhisten bezeichnet.

Dieses Juwel stellt die Verbindung zur Göttlichen Herkunft dar.

Man kann es auch als Punkt des Ursprungs betrachten.

Ist der Mensch nun göttlich oder nicht?

Mit dem Symbol der Sphinx wurde bereits in alten Kulturen auf das Zwitterwesen des Menschen hingewiesen. Es gibt einen natürlichen und einen göttlichen Pol im Menschen. Strebt er nach dem göttlichen, wie die Sphinx, die nach Osten zur aufgehenden Sonne blickt, kann er sich seiner göttlichen Herkunft bewusst werdend, wieder zum Göttlichen transformieren. Das Ego wandelt sich dabei so, wie die Raupe Ihr Leben zu Gunsten des Schmetterlings aufgibt.

In altchinesischer Zeit gründete Lao Tse (6. Jh. v. Chr.) den Daoismus. Dem Werk des Tao Teh King (modern: Dao De Jing) wird auch heute noch in China mit großer Ehrerbietung begegnet. Anhand einiger Zitate aus dem Tao Teh King möge das Wesen dieser universellen Lehre veranschaulicht werden:

Tao Teh King Kap. 1:

Könnte Tao gesagt werden, dann wäre es nicht das ewige Tao. Könnte der Name genannt werden, wäre es nicht der ewige Name.“ ..

Wenn daher das Herz fortwährend nicht-ist, das heißt, frei von allen irdischen Anschauungen und Begierden, kann man das Mysterium der spirituellen Essenz Tao`s anschauen.“ –

Die besten Waffen sind Instrumente des Unheils. Sie, die Tao besitzen, halten sich damit nicht auf.“

Das christliche Pendent dazu wäre:

Wer mit dem Schwert kämpft, wird damit umkommen.“

Diese Weisheiten richten sich an diejenigen, die des Kämpfens müde geworden sind und nach mehr oder weniger langem Erfahrungsweg – das dauert meistens viele Leben – tief erkannt haben, dass diese Welt zweipolig ist: Eine Meinung zieht immer eine Gegenmeinung an. Eine These eine Antithese, ein Schlag – einen Gegenschlag. Das ist das Prinzip der Dualität. Wer jedoch das göttliche in sich frei gemacht hat, bewegt sich nicht mehr in dem Strom der Gegensätze. Er ruht in Tao. Er schafft kein Karma mehr – in der Sprache des Tao ausgedrückt heißt es entsprechend:

Wer gut geht, hinterlässt keine Spuren.“ – Wer nicht mehr nach dem Kausalprinzip von Ursache und Wirkung lebt, schafft keine Wirkungen, kein Karma. Auf diese Weise wird die Ursache für neue Wiedergeburten in der materiellen, dualistisch geprägten Welt aufgehoben.

Einige Menschen leugnen die historische Existenz von Lao Tse. Es ist genau dieselbe Geschichte wie bei Buddha, Jesus und Hermes Trismegistos. Solche Überlegungen jedoch sind nicht relevant. Es sei hier nur auf das Wort von Angelus Silesius (Mystiker des 17. Jhd.) verwiesen: „Würde auch Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in Dir, so wärst Du doch verloren.“

Warum der Mensch leidet?


Sutra 4: „Andernfalls leidet der Mensch in jedem neuen Dasein unter der Qual unerfüllter Wünsche.“

Solange sich der Mensch mit seinem stofflichen Körper und seinen 5 Sinnen identifiziert und keine Ruhe in seinem WAHREN SELBST findet, solange rufen die unbefriedigten Wünsche seines Herzens eine entsprechende Sehnsucht hervor.

Um diese zu befriedigen, muss er viele Male inkarnieren und dem Einfluss der Dunkelheit, der Welt der Täuschungen (Maya) unterliegen. Er wird erfahren, dass die 5 Sinne Ihn nicht befriedigen können – in der griechischen Philosophie wird dieser Zustand des Menschen mit den „Tantalus-Qualen“ beschrieben.

Die Ursachen des Leides sind nach buddhistischer Lehre:

  1. Unwissenheit
    Die Unwissenheit (Avidya) ist die falsche oder irrtümliche Vorstellung davon, dass diese materielle Welt das Einzige sei, was wirklich existiert und es darüber hinaus nichts gebe.
    Diese Unwissenheit ist auch die Quelle aller anderen menschlichen Leiden.
  2. Gier
    Die Unwissenheit birgt die zwiefältige Kraft der Polarität in sich. Diese polarisierende Kraft schafft Zuneigung (Anziehung/Genuss) und
  3. Abneigung (Abstoßung/Schmerz). Auch die Abneigung zur Materie, die Tendenz zum Nihilismus, zählt zu den Begierden und führt ebenfalls zur Wiedergeburt.
    Egoismus entsteht, wenn man zwischen dem physischen Körper und dem WAHREN SELBST nicht unterscheidet.

Die wahren Bedürfnisse sind:

  1. Dasein (Sat) – Im Ego-Bewusstsein drückt sich dies im Selbsterhaltungstrieb aus.
  2. Bewusstsein (Chit) – Im Ego-Bewusstsein entspricht dies dem beschränkten Bewusstsein des Egos.
  3. Glückseligkeit (Ananda)

Wenn es der Mensch schafft die Aufmerksamkeit nach innen zu wenden, wenn er christo-zentrisch wird, beginnt er Einsicht zu empfinden und zu seiner Göttlichkeit, dem ewigen Vater, von dem er abgefallen war, zurückzukehren. – Siehe Offenbarung 2, 5: „Gedenke wovon Du gefallen bist und tue Buße.“ (Man darf sich hier absolut von der Begrifflichkeit der kirchlichen Buße lösen!).

Das Nirvana, das Eingehen ins Göttliche, ist nicht an die Zeit gebunden. – Johannes 18, 36: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.

Die Befreiung


Die Befreiung (Sanskrit: Kaivalya) ist erreicht, wenn das eigene Selbst erkennt, dass das eigene SELBST eins ist mit dem Universalen SELBST, der höchsten Wirklichkeit. Das ist die zweite Selbsterkenntnis. Die erste erkennt das Ego – die Zweite das wahre SELBST. –

Sobald die Entwicklung der Unwissenheit gänzlich aufgehalten ist, wird das Herz vollkommen lauter und rein; dann spiegelt es das geistige Licht nicht nur wider, sondern offenbart es in voller Kraft. Und wenn der Mensch auf diese Weise geheiligt ist, wird er befreit, d.h., er wird zum Sanyasi oder Christus. – Siehe Johannes 1, 33 „Auf welchen Du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist`s, der mit dem heiligen Geist tauft.“

In diesem Zustand ist der Mensch von der Maya (Welt der Täuschung und Erfahrung des Getrenntsein von Gott) befreit.

Siehe Johannes 1, 12; 3, 5.

Wieviele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben.“

„Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“

Mit diesen Metaphern ist die wahre Wiedergeburt gemeint. Durch das gereinigte Herz wird die schlafende Seele (Metapher des Wassers) wiedergeboren und kann sich nach dem gereinigten (erneuertem) Denken mit dem göttlichen Geist verbinden. Ein anderes Bild ist hier die Wasser und Feuertaufe, auch z.B. zu finden in Mozarts Zauberflöte, welche ein Einweihungsmysterium darstellt.

Dieser Weg kann auch als Opferung des Selbstes (Ego) verstanden werden. Erkennt der Mensch das universelle Licht – den heiligen Geist – als ein vollständiges Ganzes, und sich selbst als eine vom Geist abgefallene Wesenheit, opfert er sein altes Wesen (Raupe) und geht auf im vollständigen Ganzen (Kaivalya) – Schmetterling. Er wird dann eins mit dem höchsten Wesen – mit Gott. Das ist dann die vollständige Wiedergeburt, die im Jetzt erfahren werden kann und die wahre Bestimmung des Menschen ist.

Biblisch ausgedrückt in Offenbarung 3, 21:

Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Stuhl zu sitzen, wie ich überwunden habe und mich gesetzt mit meinem Vater auf seinen Stuhl.“

Rumi, der Persische Sufi-Mystiker des 13. Jhd. beschreibt die Involution und Evolution als die verschiedenen Erscheinungsformen des Geistes der Erde in einem Gedicht:

„Ich starb als Mineral und wurde Pflanze.

Ich starb als Pflanze und stieg auf zum Tier.

Ich starb auch als Tier,

um ein Mensch zu werden.

Warum sollte ich mich fürchten vor dem Tod,

wenn ich noch nie durch ihn etwas verlor,

doch einiges dadurch gewann?

Auch als Mensch werde ich sterben, um zu schweben

Mit heiligen Engeln.

Selbst aus der Gemeinschaft der Engel

Muss ich scheiden.

Alles außer Gott vergeht.

Wenn ich meine Engelseele geopfert habe,

werde ich zu dem werden, was noch nie ein Verstand erfasst.“

In verschiedenen Schriften des Urchristentums sind Aspekte der christlichen Lehre enthalten, welche im Prozess der Kanonisierungen der Kirche verloren gegangen sind.

Zu nennen sind hier u.a.:

Die Texte aus Nag Hammadi: Die Lehren des Silvanus, die authentische Lehre, die Apokalypse des Petrus, die erste und zweite Apokalypse des Jakobus, die Auslegung des Shem, die drei Stelen des Seth, der dreigestaltige Urgedanke, das Apokryphon des Johannes.

Das Evangelium des vollkommenen Lebens, das von den Essenern überliefert wurde, behandelt unter anderem das Verhältnis des Menschen zum Tierreich und zu einer ethisch-reinen Lebensweise.

Die gnostischen Mysterien der Pistis Sophia, von Valentinus aus dem 2. Jahrhundert.

Die Kette der Mysterienschulen führt ferner – über die Gnostiker im 2. Jahrhundert – zu den Bogumilen, den Katharern, den klassischen Rosenkreuzern, den Theosophen und weiteren Strömungen.

Nicht zu vergessen sind die Weisheiten einiger Indianervölker, die Lehre der Zarathustra sowie die Lehre des Hermes Trismegistos, niedergeschrieben in der Tabula Smaragdina (Corpus Hermeticus), welche rückübersetzt ins Lateinische, im 15. Jahrhundert durch den italienischen Gelehrten Marsilio Ficino (1433–1499) nach Europa gebracht wurden. Seine Übersetzungen machten die Texte in der Renaissance weithin bekannt.

Viele weitere Aspekte der Universellen Philosophie werden künftig bei EchnaTao veröffentlicht.